Milchstau und Mastitis: Was tun bei Brustentzündung in der Stillzeit?
Ein Milchstau entsteht, wenn Milch nicht vollständig abfließt und in der Brust stagniert. Konsequentes Stillen, Wärme und sanfte Massage helfen meist innerhalb von 24–48 Stunden. Eine Mastitis (Brustentzündung) zeigt sich mit Fieber, Rötung und starken Schmerzen – hier ist oft ein Arztbesuch und manchmal ein Antibiotikum nötig. Trotz Mastitis kannst du in der Regel weiterstillen.
Milchstau: Was passiert und was hilft?
Ein Milchstau entsteht, wenn Milchgänge verstopft sind oder nicht vollständig entleert werden – durch zu lange Stillpausen, enges Stillen in einer Position, Druck durch einen schlecht sitzenden BH oder abruptes Abstillen. Die betroffene Brust fühlt sich hart, heiß und verhärtet an.
- Häufig anlegen: So oft wie möglich – 8–12× täglich
- Verschiedene Stillpositionen ausprobieren, damit die Brust gleichmäßig entleert wird
- Vor dem Stillen: Wärme (warmes Tuch, Dusche) löst den Milchfluss
- Sanfte Massage Richtung Brustwarze während des Stillens
- Nach dem Stillen: kühle Kompressen gegen Schwellung
- Kein enger BH – kein Druck auf die Brust
Mastitis: Wann es eine Infektion ist
Aus einem unbehandelten Milchstau kann eine Mastitis (Brustentzündung) entstehen. Zeichen einer Mastitis: starke Rötung und Wärme der Brust, Schmerzen, Verhärtung und – wichtig – Fieber über 38,5 °C und Krankheitsgefühl (grippeartige Symptome). Die häufigste Ursache ist Staphylococcus aureus.
| Symptom | Milchstau | Mastitis |
|---|---|---|
| Schmerz / Verhärtung | Ja | Ja, stärker |
| Rötung | Oft leicht | Deutliche Rötung |
| Fieber | Nein / leicht | Meist über 38,5 °C |
| Grippegefühl | Nein | Ja (Gliederschmerzen, Erschöpfung) |
| Verlauf ohne Therapie | Bessert sich nach 24–48 h | Kann sich verschlechtern |
Behandlung der Mastitis
Bei Mastitis gilt: Sofort zur Ärztin! Sie beurteilt, ob ein Antibiotikum (meist penicillinasefestes Penicillin oder Cefalexin, beide stillverträglich) nötig ist. Trotz Mastitis kannst und solltest du weiterstillen – das beschleunigt die Heilung und schadet dem Baby nicht. Ein Abszess (Eiteransammlung) als Komplikation muss chirurgisch behandelt werden.
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