Medikamente beim Stillen: Paracetamol, Ibuprofen & Co.

Paracetamol und Ibuprofen gelten als Schmerzmittel der Wahl beim Stillen. Aspirin sollte vermieden werden. Nasensprays mit Meerwasser oder Xylometazolin (kurzfristig) sind in der Stillzeit in der Regel akzeptabel. Bei jedem Medikament gilt: Nutzen-Risiko-Abwägung, niedrigste effektive Dosis, kurze Anwendungsdauer – und im Zweifelsfall die Ärztin fragen. Die Datenbank Embryotox (embryotox.de) bietet aktuelle, evidenzbasierte Informationen.

Wie Medikamente in die Muttermilch gelangen

Die meisten Arzneistoffe gelangen in geringen Mengen in die Muttermilch – typischerweise weniger als 1–10 % der mütterlichen Dosis. Für die meisten Medikamente ist die Menge, die das Baby aufnimmt, klinisch nicht relevant. Entscheidend sind: Molekülgröße, Fettlöslichkeit, Proteinbindung und Halbwertszeit des Wirkstoffs.

Schmerzmittel beim Stillen

WirkstoffBewertung beim StillenHinweis
ParacetamolMittel der WahlGeringer Übergang in Muttermilch; kurzzeitig unbedenklich
IbuprofenMittel der WahlSehr geringer Übergang; kurzzeitig gut verträglich
Aspirin (ASS)VermeidenRisiko des Reye-Syndroms beim Baby
DiclofenacKurzfristig möglichGeringer Übergang; lieber Ibuprofen bevorzugen
Metamizol (Novalgin)Mit VorsichtNur auf Anraten der Ärztin, nicht als Dauermedikation

Nasensprays beim Stillen

Meerwasser- und Salzlösungs-Sprays sind vollständig unbedenklich. Abschwellende Nasensprays mit Xylometazolin oder Oxymetazolin werden in geringen Mengen systemisch aufgenommen; die Menge in der Muttermilch ist sehr gering. Eine kurzfristige Anwendung (max. 3–5 Tage) gilt als akzeptabel, sollte aber mit der Ärztin abgeklärt werden.

Antibiotika beim Stillen

Viele Antibiotika sind beim Stillen einsetzbar. Häufig verwendete Beispiele: Amoxicillin, Penicillin, Cefalosporine, Erythromycin. Antibiotika können die Darmflora des Babys verändern – achte auf Veränderungen beim Stuhlgang oder Unruhe des Babys. Tetracycline und Fluorchinolone sollten beim Stillen in der Regel vermieden werden.

Die beste Quelle für aktuelle Medikamenten-Bewertungen in der Stillzeit ist die kostenlose Datenbank Embryotox (embryotox.de) des Pharmakovigilanz- und Beratungszentrums für Embryonaltoxikologie der Charité Berlin.

Unsicher beim Einkaufen? Prüf es in Sekunden

Mit dem Produkt-Scanner in MamaNutrition fotografierst du einfach die Zutatenliste und erhältst sofort eine Ampel-Bewertung – plus sichere Alternativen für die Schwangerschaft.

Produkt-Scanner kostenlos testen

Häufige Fragen

Muss ich nach einer Medikamenteneinnahme eine Stillpause einlegen?
Bei den meisten Standardmedikamenten ist keine Stillpause nötig. Bei einigen Medikamenten (z. B. Röntgenkontrastmittel, bestimmte Schilddrüsenmittel) kann eine kurze Pause sinnvoll sein. Frag immer deine Ärztin und/oder sieh auf Embryotox nach.
Welche Medikamente sind beim Stillen absolut tabu?
Aspirin (hohes Risiko), zytostatische Krebsmittel, radioaktive Substanzen, bestimmte Psychopharmaka (je nach Wirkstoff). Bei Unsicherheit: Embryotox aufrufen oder Ärztin kontaktieren.
Ist Paracetamol wirklich sicher für mein Baby?
Ja, bei gelegentlicher Einnahme in normaler Dosierung. Paracetamol geht nur zu ca. 0,1–0,23 % in die Muttermilch über – weit unter therapeutischen Dosen. Trotzdem gilt: So wenig wie möglich, so kurz wie nötig.
Was, wenn ich regelmäßig Medikamente nehmen muss (Dauermedikation)?
Viele Dauermedikamente (z. B. Schilddrüsenmittel, Antihypertensiva, Antidepressiva) sind mit dem Stillen vereinbar – das hängt sehr vom Wirkstoff ab. Sprich unbedingt schon in der Schwangerschaft mit deiner Ärztin und einer Stillberaterin, um die Möglichkeiten zu prüfen.
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder geburtshilfliche Beratung. Jede Schwangerschaft ist individuell. Bei Beschwerden, Warnzeichen oder Unsicherheiten wende dich bitte immer an deine Ärztin, deinen Arzt oder deine Hebamme.

← Zurück zu Stillzeit