Koffein in der Stillzeit: Was du wissen musst

Stillende Mütter können moderat Koffein zu sich nehmen. Die meisten Fachgesellschaften empfehlen eine Obergrenze von 200–300 mg täglich – das entspricht etwa 1–2 Tassen Filterkaffee. Koffein geht in die Muttermilch über, erreicht aber nur etwa 1 % der mütterlichen Blutkonzentration. Neugeborene und Frühgeborene bauen Koffein langsamer ab als ältere Babys.

Wie Koffein in die Muttermilch gelangt

Koffein ist eine kleine, fettlösliche Substanz, die leicht die Blut-Milch-Schranke passiert. Etwa 1 Stunde nach dem Konsum erreicht der Koffeinspiegel in der Muttermilch sein Maximum. Der Übergang in die Milch ist aber gering: In der Muttermilch findet sich nur etwa 1 % der Menge, die die Mutter aufgenommen hat.

Neugeborene (unter 3 Monate) haben noch kein ausgereiftes Enzymsystem, um Koffein abzubauen – ihre Halbwertszeit kann bis zu 100 Stunden betragen. Bei älteren Säuglingen (ab ca. 6 Monate) nähert sich die Halbwertszeit der Erwachsenen an (3–7 Stunden).

Empfohlene Grenzwerte

QuelleEmpfehlung
WHOMäßiger Konsum unbedenklich; keine klare Zahl
EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit)Bis 200 mg/Tag in der Stillzeit
Amerikanische Akademie für Pädiatrie (AAP)Bis 300 mg/Tag in der Stillzeit
200 mg Koffein entsprechen je nach Zubereitung: 1–2 Tassen Filterkaffee (ca. 80–100 mg/Tasse), 1 Espresso (ca. 60–80 mg), 2–3 Tassen schwarzer Tee (ca. 50–70 mg/Tasse) oder etwa 200 ml Energy Drink. Koffein steckt auch in Schokolade und manchen Schmerzmitteln.

Zeichen, dass dein Baby auf Koffein reagiert

Die meisten Säuglinge zeigen bei moderatem Koffeinkonsum der Mutter keine Reaktion. Manche Babys – besonders Neugeborene – reagieren empfindlicher. Mögliche Anzeichen:

  • Unruhe, Reizbarkeit oder Schlafprobleme nach dem Stillen
  • Erhöhte Herzfrequenz
  • Quengeligkeit ohne erkennbaren anderen Grund

Falls du solche Reaktionen bemerkst, reduziere deinen Koffeinkonsum versuchsweise für 2–3 Wochen und beobachte, ob es besser wird. Sprich bei anhaltenden Symptomen mit deiner Hebamme oder Kinderärztin.

Timing und Strategien

  • Kaffee kurz nach dem Stillen trinken: Bis zur nächsten Mahlzeit hat der Körper schon einen Teil des Koffeins abgebaut
  • In den ersten Wochen nach der Geburt besonders auf Zeichen des Babys achten
  • Energy Drinks, Cola und koffeinhaltige Limonaden möglichst meiden – sie enthalten oft zusätzliche Inhaltsstoffe
  • Entkoffeinierter Kaffee enthält noch geringe Restmengen Koffein (ca. 3–15 mg/Tasse) – in Maßen unbedenklich

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Häufige Fragen

Muss ich auf Kaffee in der Stillzeit ganz verzichten?
Nein. 1–2 Tassen Kaffee täglich gelten als akzeptabel. Komplett verzichten ist nicht nötig – beobachte aber dein Baby, besonders in den ersten Wochen.
Gilt der Grenzwert für alle Koffeinhaltigen Getränke zusammen?
Ja. Die 200 mg pro Tag gelten für die gesamte Koffeinzufuhr des Tages – aus Kaffee, Tee, Cola, Energy Drinks und Schokolade zusammen.
Wann nach dem Kaffee sollte ich nicht stillen?
Eine starre Wartezeit ist nicht notwendig. Wenn du besonders vorsichtig sein möchtest, kannst du nach einer großen Kaffeetasse 1–2 Stunden warten, bevor du stillst – das ist aber bei moderatem Konsum (1 Tasse) in der Regel nicht nötig.
Kann Koffein die Milchmenge verringern?
Koffein wirkt leicht entwässernd, aber in moderaten Mengen hat es keinen nachgewiesenen Einfluss auf die Milchmenge. Wichtiger ist, dass du ausreichend trinkst – Stillen erhöht deinen Flüssigkeitsbedarf um ca. 700 ml täglich.
Was ist mit schwarzem Tee und Grüntee in der Stillzeit?
Beide enthalten Koffein (ca. 30–70 mg pro Tasse, je nach Ziehzeit). Sie zählen zur täglichen Koffeinsumme. Kräutertees ohne Koffein sind unbedenklicher – achte aber auf die Inhaltsstoffe, da manche Kräuter die Milchbildung hemmen können (z. B. Pfefferminze, Salbei).
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder geburtshilfliche Beratung. Jede Schwangerschaft ist individuell. Bei Beschwerden, Warnzeichen oder Unsicherheiten wende dich bitte immer an deine Ärztin, deinen Arzt oder deine Hebamme.

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