Proteinbedarf in der Stillzeit: Warum Eiweiß jetzt besonders wichtig ist

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt stillenden Müttern eine Eiweißzufuhr von ca. 63 g täglich – das sind ca. 17 g mehr als für nicht-stillende Frauen. Protein ist der Baustoff der Muttermilch und unterstützt deine Erholung nach der Geburt. Gute Quellen sind Hülsenfrüchte, Milchprodukte, Eier, Fisch und Fleisch.

Warum ist Protein in der Stillzeit besonders wichtig?

Muttermilch enthält ca. 1 g Protein pro 100 ml. Bei einer Tagesproduktion von 750–800 ml benötigst du allein dafür ca. 7–8 g Protein extra. Dazu kommt dein eigener Bedarf für Gewebereparatur nach der Geburt und die allgemeine Körperfunktion.

Empfohlene Proteinzufuhr

GruppeTäglicher Proteinbedarf
Nicht-schwangere Frau (19–50 Jahre)ca. 46 g / Tag
Schwangere (2. / 3. Trimester)ca. 58 g / Tag
Vollstillende Mutterca. 63 g / Tag

Beste Proteinquellen in der Stillzeit

LebensmittelProteingehalt (ca.)
Hühnerbrustfilet (150 g)45 g
Lachs (150 g)30 g
Quark (mager, 200 g)24 g
Linsen (gekocht, 200 g)18 g
Griechischer Joghurt (150 g)15 g
Eier (2 Stück)13 g
Haferflocken (80 g)10 g

Mit einer Kombination aus Hülsenfrüchten, Milchprodukten und magerem Fleisch oder Fisch erreichst du 63 g täglich problemlos – ohne ein spezielles Supplement.

Protein-Supplemente in der Stillzeit

Protein-Shakes und -Pulver sind beim Stillen in der Regel nicht nötig, wenn du ausgewogen isst. Falls du dich pflanzenbasiert ernährst oder wenig Appetit hast, kann ein Erbsen- oder Sojaprotein-Supplement hilfreich sein. Achte auf Produkte ohne künstliche Süßstoffe, unnötige Zusatzstoffe oder hohe Koffeinmengen.

Whey-Protein (aus Molke) ist beim Stillen sicher. Es besteht kein Risiko für das Baby durch normale Mengen Protein-Supplements.

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Häufige Fragen

Brauche ich beim Stillen ein Protein-Supplement?
In der Regel nicht, wenn du ausgewogen isst. Wer wenig Appetit hat, sich vegan ernährt oder sehr aktiv ist, kann ein Supplement ergänzen. Wichtiger ist die Gesamternährung.
Kann zu viel Protein der Muttermilch schaden?
Nein. Eine hohe Proteinzufuhr bei der Mutter erhöht den Proteingehalt der Muttermilch nicht relevant. Die Muttermilch-Zusammensetzung wird vom Körper fein reguliert.
Sind pflanzliche Proteine genauso gut wie tierische?
Pflanzliche Proteine sind gut – aber manche (außer Soja) haben eine niedrigere biologische Wertigkeit. Kombiniere verschiedene Quellen (z. B. Hülsenfrüchte + Getreide) für eine vollständige Aminosäureversorgung.
Hilft mehr Protein bei der Milchproduktion?
Ausreichend Protein ist eine Grundvoraussetzung für die Milchproduktion – aber Mehrzufuhr über den Bedarf steigert die Milchmenge nicht. Die wichtigste Variable für die Milchmenge ist das häufige Anlegen.
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder geburtshilfliche Beratung. Jede Schwangerschaft ist individuell. Bei Beschwerden, Warnzeichen oder Unsicherheiten wende dich bitte immer an deine Ärztin, deinen Arzt oder deine Hebamme.

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